Am Wochenende tönte der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, die Probleme am Hamburger Hauptbahnhof konsequent aufarbeiten zu wollen. Verbunden war sein Wutausbruch mit einer diffamierenden Schimpftirade gegen die „hochbezahlten Manager“ bei der S-Bahn und beim HVV. Dass der für dieses Thema zuständige Verkehrsstaatsrat ein SPD-Parteibuch besitzt, seit über sieben Jahren im Amt und ausgerechnet Aufsichtsratsvorsitzender des HVV ist, verschweigt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Dabei ist es ausgerechnet die Hamburger Verkehrsbehörde, die die längst überfällige Kapazitätserweiterung am Hauptbahnhof auf das Abstellgleis geschoben hat. Eine von der Verkehrsbehörde bereits 2014 angekündigte Studie zum Verkehrsumfeld des Hauptbahnhofs liegt bis heute nicht vor. Auch dass eine ebenfalls überfällige Untersuchung der Deutschen Bahn zur möglichen Umgestaltung des Südstegs des Hauptbahnhofs und der Steintorbrücke immer noch nicht vorliegt, scheint die Behörde nicht zu interessieren. Dabei haben sich die Fahrgastvertreter von PRO BAHN in der Vergangenheit gebetsmühlenartig beispielsweise für zusätzliche Treppen von der Steintorbrücke zu den Gleisen des Regional- und Fernverkehrs sowie für einen zusätzlichen Bahnsteig an Gleis 9 eingesetzt. Die CDU unterstützt diese Forderungen seit vielen Jahren aktiv.

Dazu erklärt Dennis Thering, verkehrspolitscher Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion:

„Der Hauptbahnhof platzt nicht erst seit der Twitter-Tirade von Herrn Kienscherf aus allen Nähten. Seit 2011 wird der Hauptbahnhof von der Bahn offiziell als ‚voraussichtlich in naher Zukunft überlastet‘ geführt. Diese nahe Zukunft ist längst Vergangenheit. Seit sieben Jahren sitzen derselbe Senator und derselbe Staatsrat im Führerstand der Hamburger Verkehrspolitik. Kienscherfs Kanonade ist somit nichts anderes als ein billiges Ablenkungsmanöver. Das aktuelle Chaos aufgrund der S-Bahn-Sperrung und der Sperrungen im Hauptbahnhof hat den überbordenden Handlungsdruck nur wieder einmal schonungslos offengelegt. In Wahrheit wurde die Kapazitätserweiterung am Hauptbahnhof schlichtweg vertrödelt. Statt sich willkürlich Sündenböcke anderswo zu suchen, sollte der SPD-Fraktionsvorsitzende besser schleunigst das sachliche Gespräch suchen, um Lösungen für das Nadelöhr Hauptbahnhof zu finden. Dieser ist mit über 500.000 Fahrgästen täglich nämlich nicht nur der zweitmeist frequentierte Bahnhof in ganz Europa, sondern die Herzkammer der Mobilität in Hamburg und ganz Norddeutschland.“

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